Zurück

Testbericht HT SLK Enduro
HT-Bikes
(Roland Noichl )

 Vielfältige Verstellmöglichkeiten

HT in seinem Element am Mezzocorona Trail

Schneetest in den Tiroler Bergen

HTHT-PeopleHintergrund Infos zu HTFirmenportrait

Was macht man nicht alles um DAS optimale Bike zu finden.
Ein Bike an das ich dann immer denke ist das HT-SLK.
Nachdem Picco, unser Local Hero, mit seinem SLK-DH eine neue Dimension des Radfahrens eröffnet hat und damit auch Österr. DH-Meister in der Mastersklasse geworden ist, sollte an dem Bike eigentlich was dran sein.

Einziger Haken: Zum damaligen Zeitpunkt war diese Marke in Tirol schwer zu finden, also keine Möglichkeit ein SLK zu Testen. 
Zum Glück hat sich das geändert, inzwischen hat sich auch bei den Tiroler Händlern durchgesprochen, wie super die HT Bikes sind. 
Irgendwann Anfang Herbst schicke ich dann ein Mail an die HT-Zentrale in Haid in Oberösterreich.

Schnell ist ein Termin ausgemacht und ich reite an einem sonnigen Herbsttag gegen Osten.

Die Leute von HT erweisen sich als super sympathisch, unkompliziert, kompetent und einfach nett.
Bald sind wir uns einig, die neuen Modelle sind schon da, eines davon wird in den nächsten Wochen seinen Weg nach Tirol finden um dort getestet zu werden.

Kurze Zeit später steht dann wirklich ein riesiger Karton im Büro: Das SLK-Freeride ist da.

Technische Beschreibung:
Gabel:  Manitou Sherman Flick, 130mm Federweg
Dämpfer:  Marzocchi Boss C50, verstellbare Zugstufe
Federweg hinten: Verstellbar von 100 - 155mm
Hinterer Umwerfer: Shimano XT
Vorderer Umwerfer: Shimano LX
Schalthebel: Shimano LX
Kurbel/Innenlager: Shimano XT
Pedale: Shimano DX
Bremsen: Magura Gustav-M
Naben: Ritchey PRO™ Disc Hubs
Sattel: Selle Italia Flite
Vorbau-Lenker: Syntace VRO, Syntace Lenker gerade-12 Grad
Griffe: Syntace
Felgen: Mavic 219 Disk
Reifen: Schwalbe Fat Albert 2.35 Zoll
Gewicht: 16 Kg.  
Schnell ist alles zusammengebaut und ein erster Check kann beginnen:
Das die Leute von HT des öfteren ein Bike zusammenbauen wird sofort klar.
Alles ist vorbildlich montiert, alle Teile gefettet, alles gut angezogen, die Züge sauber verlegt.
Ein besonderes Lob verdient die exakte Montage der Gustav-M Scheibenbremse. Kein lautes Schleifen, kein Quietschen, guter Druckpunkt, perfekt.
Da haben wir Gamsler schon ziemlich schlechte Erfahrungen bei anderen Shops machen müssen.
Zum Bike mitgeliefert wird eine genaue Beschreibung des Rahmens. Hier steht genau welche Dämpfer passen hinein, welche Federgabeln, wie sind die Lager zu warten, Garantiebestimmungen... Wirklich Vorbildlich! Die Beschreibung kann man auch auf der Internetseite von HT-Trading herunterladen.
Dank der freundlichen und schnellen Hotline von HT können auch individuelle Fragen schnell beantwortet werden, keine Angst also dort anzurufen, eine Telefon Warteschleife gibt es in der Zentrale in Haid nicht.

Inzwischen wurde das SLK über fast alle meine Heimtrails gejagt und war auch auf brachialen Trails wie Mezzocorona und Mt. Altissiomo am Gardasee dabei.
Es hat jetzt schon über 1.000 km am Buckel, da ich es auch für das Büro-Pendeln Telfs-Innsbruck verwendet habe.

Hier die Zusammenfassung der Fahreindrücke:

Bergauf fährt es sich fast wie mit einem ungefederten Rad, da man das leichte Wippen des Hinterbaues nicht bemerkt.
Wenn man den geringsten Federweg wählt und den Dämpfer zudreht, gibt es sowieso nur ein minimales Wippen.

Am Gardasee fuhren wir auf den Altissimo auf einer extrem groben Militärstrasse.
Ich hatte den Hinterbau auf maximalen Federweg gestellt und den Dämpfer leicht aufgedreht. Durch die super Bodenhaftung des Hinterbaues konnte ich so auch die ganz schwierigen Stellen durchtreten ohne zu rutschen oder hängen zu bleiben.

Die Manitou-Sherman-Gabel lässt sich gut absenken und ist dann durch die hohe Federvorspannung auch viel härter, aber federt immer noch, also ideal zum Bergauffahren.

Einen großen Teil zu den guten Bergaufqualitäten liefert der verstellbare Syntace Vorbau VRO.
Der original Vorbau (Kore) war zwar auch ein guter Kompromiss für bergauf und bergab, ich ersetzte ihn aber gleich in den ersten Tagen durch den Syntace VRO.
Der verstellbare Syntace macht aus dem Bike ein Universalgenie.
Bergauf ist man tiefer und kommt weiter nach vorne, bergab hat man einen kurzen und hohen Vorbau, auch tiefste Stufen jagen einem jetzt keine Angst mehr ein.

Die Originalreifen, Continental Verical Pro 2.3 Zoll, sind ganz in Ordnung, dickere Reifen stehen dem HT aber besser. Ich tauschte gleich am Anfang die Contis gegen den um vieles dickeren Schwalbe Fat Albert 2.35er. Vorne wäre sogar ein noch dickerer Schlapfen möglich, so in die Richtung  Nokian Gazzalotti 2.6 oder ähnliche Modelle.

Auch auf der Straße macht das SLK eine gute Figur. Mit genügend Luftdruck, wenig Federweg, Dämpfer zu, Sherman auf 110cm und Syntace Vorbau auf flach gestellt kommt man ganz ordentlich weiter.

Aber das eigentliche Element des SLK sind die Abfahrten:
Elegant lässt sich die Sattelstütze ganz versenken, was im steilen Gelände viel besseres Bikehandling ergibt. Die zweite, kurze Stütze die sonst viele Bikes brauchen kann also verschenkt werden.
Oben angekommen sollte man dann immer auf den maximalen Federweg stellen.
Das HT verwandelt sich dann in das perfekte Downhill-Gerät.
Mit sattem negativ Federweg und feinstem Ansprechverhalten wird aus jedem Brachial-Trail ein Pulverschneehang.
Der Hinterbau arbeitet in jeder Situation sehr gut und schluckt fast alles weg.
Besonders bei steilen, technischen Passagen wie am Mezzocorona Trail fein, da man realtiv ruhig zu den Schlüsselstellen hinkommt.

Sherman Flick in ihrem ElementDie Sherman Flick passt genau dazu. Sie spricht fein an, sinkt aber nicht plötzlich weg und hat auch bei ganz schlimmen Nosedives fast immer noch eine Reserve.
Gut auch das schnelle Ausfedern der Gabel. In langen, steilen, schwierigen Stufenpassagen kommt sie immer schnell genug wieder hoch und bietet genug Federweg um auch die obligatorische letzte und wildeste Stufe noch zu meistern.
Einstellbar an der Manitou-Sherman-Flick-Gabel sind Druck- und Zugstufe. Beides ist schnell und effektiv verstellbar.
Bei meinem Gewicht (75kg) genügt es die Zugstufe ein Spur härter zu stellen.
Beeindruckend auch die Steifigkeit der Gabel. Obwohl sie keine Steckachse hat ist sie steif genug.
Auch in steilem und verblockten Gelände, wie am Mezzocorona-Trail hat man immer super Kontrolle über die Fahrrichtung, Mensch lenkt und Vorderrad fährt dort hin wo man will, das ist nicht bei allen Gabeln so!

Insgesamt fühlt sich das HT auf technisch schweren Trails und extrem steilen Stufen so richtig wohl und jeder der Testfahrer war positiv überrascht von der guten Kontrolle, wahrscheinlich die Kombination aus gutem Hinterbau und guter Federgabel.

Sprünge ziehen das Bike gerade zu an. Der satte Federweg und die stabile Bauweise verzeihen einiges an Fehlern.
Alles was weniger als 50 cm hoch ist, kommt einem schon niedrig vor.

Interessant auch die Verstellbarkeit des Sitzwinkels.
Relativ einfach kann man den Sitzwinkel auf flach, mittel oder steil einstellen.
Meistens hatte ich die mittlere Stellung ausgewählt, am Gardasee stellte ich dann auf flach, was bergab noch einen Tick mehr Sicherheit bringt und Aufwärts zwar noch geht, aber schon mehr Druck auf den Lenker erfordert wenn es steil wird.

Als letzte Verstellmöglichkeit gibt es noch eine Lochschiene bei der Dämpfer-Befestigung am Oberrohr, um verschiedenen Dämpferlängen einbauen zu können.

Der Marzocchi Boss Dämpfer verrichtet unauffällig aber effektiv seine Arbeit.
Laut Auskunft von HT ist das ein besondere Stärke des SLK Viergelenksystems. Es braucht keinen besonderen Dämpfer mit zig Verstellmöglichkeiten, da die Federungseigenschaften durch die Geometrie des Hinterbaues definiert werden.

Spitzenmäßig und für mich ein MUSS bei einem gutem Freerider ist die Sattelverstellbarkeit. Die Sattelstüzte lässt sich ganz hinunter schieben.
Weiters kann man einen ganz normalen Flaschenhalter montieren und eine große Flasche mitnehmen.
Ist für mich sehr fein, da ich mit der Fotoausrüstung und den Protektoren den Rucksack immer ziemlich voll habe und nicht noch einen Camelbag in den Rucksack stopfen will.
In der dunklen Jahreszeit lässt sich in dem Flaschenhalter auch super der Akku für die Beleuchtung anbringen.

Fazit:
Das HT SLK Enduro kommt einem genialen Universal Freerider schon verdammt nahe. Es macht in allen Einsatzbereichen und vor allem in den Abfahrten irren Spaß mit diesem Rad unterwegs zu sein.

Preis:
Der Preis richtet sich ganz nach den Ausstattungsvarianten.
So wie oben kommt das HT auf ca. 3.200 EUR.
Das Bike wird aber von den HT-Leuten genauso zusammengestellt wie man es haben will.
Es ist auch möglich nur den Rahmen und Teile dazu zu kaufen und diese dann selber zu ergänzen.

Aktuelle Preislisten und Ausstattungsvarianten auf der Homepage von HT-Trading:
 www.httrading.com


Nach ObenThe People behind the bike: HT-Trading:  Nach Oben

 

Hinter einem unscheinbaren Haus an der Hauptstraße durch Haid, in nächster Nachbarschaft zu Linz, verbirgt sich das Zentrum der HT-Bikes.

Im Ausstellungsraum stehen sie alle, die Bikes die es bei uns in Tirol sonst nur in homöopathischen Dosen zu sehen gibt: Downhillbikes, Marathonfullys, Enduros, Hardtails, Dualbikes...
Eine freundliche Crew empfängt mich und ohne viel Formalitäten und extrem herzlich wird mir die ganze Firma gezeigt.


Erika Erika:
Sie ist Geschäftsführerin. Alles geschäftliche, finanzielle  steuert diese dynamische Frau.
Mit viel Energie steht sie hinter ihrer Firma.

Helga Helga: die sympathische Frau im Verkauf


MartinMartin:
Techniker Konstrukteur und Schweißer, hat das DCX System, das X-board und  die Monsterroller aus der Taufe gehoben.

Herbert Herbert:
Monteur seit der ersten Stunde, für ihn ist jedes Bike ein persönliches
Kunstwerk, man sieht ihm die Freude über die gelungen Teile direkt an.

Patrik Patrik:
Ist zuständig für die Manitou-Federgabeln u. Service Montage.

Come in! Im hinteren Teil des Gebäudes ist die Werkstatt und ein Lager untergebracht. Hier entstehen die HT-Bikes.
Rahmen und Hinterbauten hängen nach Farben sortiert in den Regalen, daneben die auslieferungsfertigen Bikes sowie einige Testbikes.DCX Hinterbauschwinge

Neben Bikes vertreibt HT auch noch die schon erwähnten Monsterroller und X-Boards, sowie HT Snowboards.

HT hat auch den österr. Vertrieb für Manitou Gabeln und Hayes Discbrakes, sowie KHE BMX.


HTThe HT History:

Die Geschichte der HT-Bikes beginnt schon 1990 unter einem anderem Firmennamen:
Als das Mountainbike Anfang der 90er Jahre so richtig zu boomen beginnt
beschließen Walter Feldtänzer unter dem Namen Heavy Tools Mountainbikes anzubieten.
Er gründet gemeinsam mit seinem Bruder Erich und einem Dritten eine Firma.
Bald erkennt Walter, dass es für Mountainbikes eine Federung braucht. 
Schon 1993 wird das erste Heavy Tools Fully angeboten. Der Hinterbau könnte schon damals Federwege von bis zu 15cm verwirklichen! 
Leider werden zu dieser Zeit Fullys noch ins Reich der Träume verbannt. Es gibt auch noch keine entsprechenden Dämpfer und Federgabeln haben zu dieser Zeit gerade mal 4cm Federweg. 

Nach finanziellen Problemen der Firma, beschließt Walter neu durchzustarten.
Erika und Walter, die schon zuvor im Entwicklungsbüro eng zusammen arbeiteten gründen die HT Trading.
Eine der wenigen Bikefirmen deren Inhaber und Boss eine Frau ist.
Auch Erich gesellt sich dazu.
Das SLK wurde geboren - eine Verfeinerung und Optimierung des Ur-Heavy Tools - und unter dem neuen Namen HT HiTEC vermarktet.

Da sich schon bald die östrr. DH-Elite ihre ersten Sporen auf diesen Bikes verdient, lernen die Techniker von HT immer mehr dazu und das SLK-System wird laufend verbessert. 
Das Rennteam wird ausgebaut, das Engagement in die Fullys verstärkt. 
Als kleines aber engagiertes Team kann HT hier immer wieder punkten. Auf dem SLK-DH werden dann auch viele Siege eingefahren.

Ein tragischer Schlag trifft die junge Firma 1999 als Walter tragisch und völlig unerwartet im Alter von 42 Jahren stirbt. 
Ein neuer Mann, Martin Preining, übernimmt nun den technischen Bereich. 

In den folgenden Jahren geht die Entwicklung der Fullys immer weiter. 
DCX Das DCX-System wird aus der Taufe gehoben, zusammen mit Steckachsen für den
Hinterbau ermöglicht dieses System noch mehr Federweg und steife Hinterbauten. 
Durch die Verlagerung des Gewichtes von Hebelwerk und Dämpfer bekommen diese Bikes ein super Kurvenhandling.

HT kann aber auch noch mit Innovationen aufwarten, wie Monster-Roller und Xboard, diese Geräte sind einen Test wert.